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Lavendel zieht Menschen und Bienen gleichermaßen an

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(GMH/LVR) Bei Lavendel sind sich Bienen und Menschen einig: Der Halbstrauch riecht verlockend, und seine blauen Blüten machen ihn unwiderstehlich. Die mediterrane Pflanze ist also bestens geeignet, um Garten, Terrasse und Balkon zu verschönern und gleichzeitig als Bienenweide der Umwelt etwas Gutes zu tun. Wer jetzt Lavendel im Fachhandel sieht, sollte zugreifen, denn demnächst beginnt die Blütezeit.

Nicht jede Blüte gibt Nektar
Wie wichtig Bienen für die Bestäubung von Pflanzen und damit für Natur und Landwirtschaft sind, lernt jedes Kind inzwischen in der Grundschule. Weil Insekten in der Agrarlandschaft immer weniger Nahrung finden, werden von Menschenhand geschaffene Nektarquellen immer wichtiger. Doch nicht jede schöne Blüte im Beet oder Topf eignet sich dafür. Dicht gefüllte oder gar sterile Blüten haben Insekten nichts zu bieten. „Lavendel ist hingegen als stark blühende und duftintensive Pflanze eine echte Bienenweide“, berichtet Eva Kähler-Theuerkauf, Mitinhaberin einer Gärtnerei in Kempen, die bereits in der vierten Generation Zierpflanzen kultiviert.

Lavendel schließt Nahrungslücken
Auf den Feldern im traditionsreichen Anbaugebiet am Niederrhein wachsen unter anderem Echter Lavendel (Lavandula angustifolia), der besonders großwüchsige Speik-Lavendel (L. latifolia) und Schopflavendel (L. stoechas) mit hochstehendem Blütenkranz heran. Es gibt dreifarbige Kombinationen aus weißen, rosa und blauen Blüten in einem Topf, kleine Exemplare für den Balkonkasten und große Solitärpflanzen für den Terrassenkübel. Während Ameisen vertrieben werden lockt der typische Geruch der Pflanzen andere Insekten an. „Die Lavendelblüte ist eine bienenfreundliche Blühpflanze mit hohem Trachtwert in einer mageren Jahreszeit“, erklärt Hermann Diedrich, Kreisimker der Gegend. Er empfiehlt Naturliebhabern, durch das Anpflanzen des Halbstrauchs für eine wertvolle Nahrungsquelle im Hochsommer zu sorgen, wenn viele andere Pflanzen bereits verblüht sind. Selbst wenige Futterpflanzen auf Balkon und Terrasse können bereits helfen, Nahrungslücken zu schließen.

Sommerduft ins Haus holen
Umso schöner ist, wenn die Bienenweide gleichzeitig die Menschen erfreut. Pflanzenliebhaber verbindend mit dem würzigen Duft von Lavendel oft Urlaubserinnerungen. Er lässt sich auch ins Haus holen: Die Blütenstände halten sich lange in der Vase und eignen sich zum Trocknen. In Stoffsäckchen gefüllt, sorgen die ätherischen Öle der Pflanze für Wohlgeruch im Kleiderschrank und vertreiben Motten. Sogar zum Würzen von Speisen lassen sich Lavendelblüten verwenden. Dafür sollte die Pflanze unbehandelt sein, sagt Eva Kähler-Theuerkauf. Ihn zu beschneidet, schadet dem Lavendel nicht – im Gegenteil. Damit die Pflanze kompakt bleibt, wird sie nach der Blüte etwas gestutzt. Je nach Sorte setzt der Lavendel dann im Herbst ein zweites Mal Knospen an. Richtig in Form gebracht, wird die Pflanze im Frühjahr, wenn sie neu aus-treibt. Denn der Lavendel ist mehrjährig und blüht am richtigen Standort über Jahre hinweg gleichermaßen für Menschen und Bienen.

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Lavendel mag keine nassen Füße
Als Mittelmeerpflanze liebt der Lavendel einen vollsonnigen Standort und durchlässigen, kalkhaltigen Boden. Für den winter-grünen Halbstrauch ist es überlebenswichtig, dass überschüssiges Wasser gut ablaufen kann. Während die Pflanze Trockenheit gut wegsteckt, bringt Staunässe sie schnell zur Strecke. „Ein- bis zweimal in der Woche Gießen reicht“, rät Lavendelexpertin Eva Kähler-Theuerkauf.